Was mein inneres “Aber” mir sagen möchte

Dieser Blog könnte auch den Titel tragen:
“Warum mein innerer Widerstand so wertvoll ist”

Kennt Ihr dieses innere „Aber“? Dieses „Aber“, das sich oft ungefragt dazwischen schaltet? „Eigentlich weiß ich …, aber …“ – „eigentlich sollte ich dies und das tun …, aber …“ – „alle sagen, das täte mir gut …, aber …“ usw.

Welche „inneren Abers“ kennst du so? Vielleicht nimmst du dir JETZT Zeit für dich und spürst in dich hinein, wann, wie, wo du deinem „inneren Aber“ begegnet bist und immer wieder begegnest.
Wie fühlt es sich an?
Wie begegnest du ihm?
Brauchst du es?
Mögt ihr euch oder kämpft ihr miteinander?
Welche Fragen tauchen noch in dir auf?

Von der inneren Klarheit zur Wohlerzogenheit

Wir kennen das sicherlich von kleinen Kindern, die sehr entschieden und klar zu etwas, das sie NICHT wollen / oder auch etwas, das sie JETZT SOFORT wollen, Stellung beziehen. Kinder zeigen uns auch, was es bedeutet, im Flow zu sein und selbstvergessen und hingegeben mit etwas zu spielen, das sie fasziniert.

Ich persönlich nehme für mich wahr, dass „klare Stellungnahme“ und „Flow“ irgendwie zusammengehören und dass sich beides am besten bei sehr kleinen Kindern beobachten lässt, solltet ihr  vergessen haben, was “Klarheit” und “Flow” für euch selbst eigentlich einmal gewesen ist. Meine Erfahrung ist die: Ich kann nur Raum für meinen Flow schaffen und ihn auch schützen, wenn ich klar weiß und zeige, was ich brauche und was ich will.

Ich denke, dass wir alle als kleine Kinder genauso waren, auch wenn wir uns daran vielleicht nicht mehr erinnern können. Ich glaube auch, dass diese Klarheit lebenswichtig ist. Wir wussten, was uns gut tat, was uns faszinierte und wir wussten auch, was uns nicht gut tat.

Dann lernten wir … und wir lernten es vor allem innerhalb gesellschaftlicher Übereinkünfte „richtig zu funktionieren“. Wir lernten, dass Medizin uns hilft, auch wenn wir sie NICHT wollten. Wir lernten, dass uns gute Schulnote weiterbringen, auch wenn wir uns durch Stunden am Schreibtisch hindurch quälten, um zu pauken. Und irgendwann “funktionierten” wir so gut, dass wir unseren inneren Abers zu bestimmten Themen (unsere inneren Widerstände) kaum noch oder vielleicht sogar gar nicht mehr bemerkten.

Kannst du dich dran erinnern, welche inneren Abers – inneren Widerstände du einmal gehabt hast und wie , warum oder wann du sie beiseite geschoben hast?
Magst du vielleicht deine eigene Geschichte mit einem deinem inneren Abers – einem deiner inneren Widerstände einmal aufschreiben für dich?

Deine eigene Geschichte mit deinem inneren Widerstand

Gerade, wenn wir mit Problemen oder Krankheiten zu tun haben, ist die Arbeit an und mit unseren inneren Widerständen sehr wertvoll. Auch wenn der Königsweg der der Akzeptanz ist, so ist es mitunter ein ganz eigener Weg, um zu dieser Akzeptanz zu finden.

Frage dich:
Was kann ich so, wie es ist, nicht akzeptieren?
Wo und wie fühlt sich “Widerstand” in mir an?
Wo habe ich ein “Aber” in mir?
Kann ich mich erinnern in welchem Zusammenhang genau dieser Widerstand / dieses innere Aber zum ersten Mal auftrat?
Wem gebe ich die Schuld – an was genau?
Was müsste anders  oder besser sein als es jetzt ist?
Warum denke ich, dass es mir dann, wenn es anders wäre, besser gehen würde?

Schreibe deine eigene Geschichte mit deinen eigenen inneren Widerständen auf und nimm dir Zeit dafür. Erwarte nicht, dass die Antworten sofort kommen. Je mehr du dich mit dir und deinen Widerständen beschäftigst, desto klarer wird vieles werden. Habe Geduld mit dir.

Der innere Schweinehund und dein inneres Aber

Zugegeben es ist nicht immer so ganz einfach diese beiden zu unterscheiden: den inneren Schweinehund und das innere Aber. Dennoch gibt es so ein paar unterschiedliche Merkmale:
Der innere Schweinehund verteidigt die eigene Komfortzone. Der Ort, wo wir es uns auf dem Sofa gemütlich eingerichtet haben und überhaupt keine Veranlassung sehen, unseren Hintern mal hochzubekommen. Ist doch gerade so gemütlich.
Ein Beispiel: Du bist hochbegabt, hast auch viel Freude am Klavier spielen, du fühlst die Musik in dir, innere Bilder entstehen beim Spielen, wenn nur dieses blöde Üben nicht wäre, um deine Technik zu verbessern – och nee … es reicht doch, was du kannst.
Dein inneres Aber hat eine andere Dimension. Es tritt auf, wenn du dich wirklich um etwas bemühst und dieses Bemühen gegen sehr viel echten inneren Widerstand stattfindet. Ein Beispiel: Du mühst und mühst dich viele Stunden am Tag an deinem Klavier ab, aber der Funke springt einfach nicht über. Du kannst einige Stücke mittlerweile ganz brauchbar spielen, aber es fehlt die Leichtigkeit. Du kannst dir die Noten partout nicht merken und bekommst auch kein Gefühl für die Stücke.

Der innere Schweinehund entwickelt sein Potential nicht, weil er einfach zu selbstzufrieden, zu faul ist.
Dein inneres Aber, oder auch dein innerer Widerstand weiß und zeigt dir, was Teil deines Lebens ist und was nicht und es zeigt dir, ob und wann etwas dran ist in deinem Leben. Mitunter brauchst du einfach etwas Geduld mit dir selbst, weil der richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen ist.

Innere Widerstände – das „Aber” weist dir den Weg

Es ist dieses innere Aber, das dir eigentlich den Weg weist. Wenn du dich bewusst mit deinem inneren Aber /deinem inneren Widerstand oder auch Widerständen auseinandersetzt, wird dir dein eigener Weg nach und nach sehr viel klarer. Diese „Auseinandersetzung“ solltest du immer ganzheitlich führen. D.h. nimm deinen Körper mit – nimm deine Seele mit – nimm dein Gefühl mit – nimm deine Gedanken mit – nimm deine Erfahrungen mit – und sei vor allem ganz ehrlich zu dir.

Spüre, reflektiere, nimm wahr, gib dir Zeit, lass Ruhe einkehren, meditiere, halte die Augen und die Ohren offen, was dir im Alltag begegnet und dann entscheide, wie du mit deinem inneren Aber umgehen willst.

Oftmals wird uns der Weg gewiesen, wenn wir uns Zeit und Raum geben, ganzheitlich mit uns selbst und dem Thema, auf dem der innere Widerstand liegt, umzugehen.

Ich gebe dir ein Beispiel aus meinem Leben. Dieses Beispiel hat nichts mit Krankheit zu tun, aber doch mit einem Phänomen, das mich ein Jahr lang sehr bewegte und auch belastete und ich habe parallele Erfahrungen auch in Krankheitszeiten gemacht, wo mir dann “zufällig” der richtige Therapeut begegnete oder die für mich richtige Heilpflanze auf einmal in meinem Garten wuchs.

Und dies hier geschah nun gerade vor zwei Wochen, deshalb kommt der Blogbeitrag dieses Mal auch verspätet:
Ich habe seit vielen Jahren ein sehr schönes – viel zu großes – Büro, in dem ich hin und wieder noch Beratungen machte und das vor allem meiner Arbeit als Autorin und Verlegerin dient. Ich “kaue” seit einem Jahr auf dem Thema “rum”: Büro behalten oder kündigen??? Zu diesem Thema gab es diverse „Aber’s“. Dann irgendwann war der Knoten geplatzt und es war klar: ich kündige das Büro. Ein letztes und ziemlich dickes „Aber“ tauchte auf: wohin mit den ganzen Möbeln und den bisher noch nicht verkauften Büchern???
In dem Moment (Vormittags um 10 Uhr 21), wo ich die Kündigung schrieb, bekam ich per whatsapp von einem Freund Bilder von einem schönen neuen Büro, das er just zu dieser Zeit bezog. Ich schickte sofort eine whatsapp zurück: „Brauchst du Büromöbel?“ … und dann nahmen die Dinge ihren Lauf. Ja – brauchte er!

Mein Büro war schnell geräumt, sein neues Büro schnell eingerichtet und das letzte große “Aber” hatte “von ganz alleine” eine Lösung gefunden.

Nimm dir Zeit – lass dir Zeit – bewege das Thema ganzheitlich. Fast immer zeigt sich der Weg beim Gehen. Sollte sich jedoch keine kleinste Bewegung zeigen und dein Aber als große Mauer im Raum stehen bleiben, dann ist das Thema, das mit diesem Aber blockiert wird, vielleicht (noch) nicht dran. Dann finde Frieden in dir, akzeptiere was ist und schau, ob sich ein ganz anderer Weg auftut. Auch das wäre eine Wegweisung.

Sorge gut für dich.

Du bist die Expertin, der Experte für dich,
für deinen Bauch,
für dein Leben.

Susann

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Über mich

Hallo, mein Name ist Susann Sontag! Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie und Diplom Ernährungsberaterin.
Ich habe viele Jahre eine eigene therapeutische Praxis für Psychotherapie und Ernährungstherapie geführt und viele Klienten begleitet. Auf meinem eigenen Weg und in der Begleitung meiner vielen Klienten erlebte ich, was heute auf dem soliden Fundament einer breiten Forschung steht: Heilung ist immer Selbstheilung. Ich biete dir auf meiner Webpage eine große Bandbreite an kostenlosen Informationen, Entspannungsübungen und Videos als Hilfe auf deinem Weg zur Selbstheilung an. Das Nachspüren, Nachdenken und das letztendliche TUN liegt in deiner Hand.

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