Die Sprache des eigenen Körpers verstehen

Die Sprache des Körpers eines anderen Menschen denken wir, relativ leicht deuten zu können. Da hat sich jemand den Magen verdorben … „Kein Wunder was er immer so in sich reinfrisst“. Da hat sich jemand den Fuß verknackst … „Kein Wunder so schnell wie sie überall unterwegs ist und sich dauernd mit allem übernimmt.“ Auch jemanden, der in sich hineingesunken ist oder jemand, der sehr aufrecht steht im Leben, denken wir oftmals „lesen“ zu können. Einen traurigen oder freudigen Blick nehmen wir spontan wahr. Oftmals nehmen wir sogar Stimmungen und Gefühle unseres Gegenübers wahr und haben dazu eine Meinung.

Ich denke, Ihr alle kennt das und vielleicht gönnt ihr euch genau hier eine kleine Pause, um euch an solche schnellen „Interpretationen“, „Deutungen“, „Krankheitsanalysen“, die ihr über andere Menschen hattet, zu erinnern.
Wie schnell seid Ihr mit solchen Deutungen über andere?
Ihr kennt so etwas nicht? – Gar nicht? Wirklich nicht?

Von der Außenbetrachtung zur Innenbetrachtung

Wenn du dich in dem eben Geschilderten irgendwo wiedererkennst, dann hast du es jetzt etwas leichter; denn dann weißt du, dass du andere „deuten oder analysieren“ kannst und du weißt auch wie sich so eine „Deutung oder Analyse“ anfühlt.

Andere Menschen können wir von außen betrachten, aber wie ist das mit uns selbst? Wir können uns bestenfalls im Spiegel von außen betrachten und dann nehmen wir uns seitenverkehrt wahr. 😉

Wo wir allerdings im Vorteil sind, ist die „Innenbetrachtung“:
Niemand kann so gut und so tief in uns hineinschauen wie wir selbst.
Niemand kann uns so fühlend wahrnehmen wie wir selbst.
Niemand kennt unsere ehrliche Befindlichkeit so gut wie wir selbst.

Nur … vermeiden die meisten Menschen diesen nahen, innigen Kontakt zu sich selbst, weil sie in sich selbst einen gnadenlosen Richter vermuten. Eine Instanz, die hart urteilt über uns selbst. Eine Instanz, die vorgibt genau zu wissen, …
…, dass wir diese Krankheit nicht hätten haben müssen, wenn wir …
…, dass uns dieser Job, dieser Auftrag flöten gegangen ist, weil wir …

Wer hat schon Lust, mit „Richter Gnadenlos“ gemütlich auf dem Sofa zu sitzen und Meinungen auszutauschen? Oder wie siehst du das?

Von der Selbstverurteilung zum Spiegel

Aber sitzt da wirklich ein „Richter Gnadenlos“? Oder ist es vielleicht z.B. im Fall einer Krankheit nicht eher eine Kraft in dir, die das Gespräch mit dir sucht. Eine Kraft, die deine Aufmerksamkeit wünscht?

Rüdiger Dahlke ist vielleicht den meistens unter euch ein Begriff oder auch Louise Hay. Beide haben sich ihr Leben lang mit der Bedeutung von Krankheitsbildern beschäftigt und die beiden hier unter den Autorennamen verlinkten Bücher bieten viele Anregungen, um selbst nachzufühlen und nachzuprüfen, ob irgendetwas davon in irgendeiner Weise auf dich und deine Krankheit zutrifft.

Lange vor Dahlke und Hay erkannten Ärzte und Heiler aller Kulturen, dass Körper, Seele und Geist eng zusammenhängen und das es nie um „Urteil“ geht, sondern um Kommunikation. Körper, Seele und Geist sprechen jeweils ihre eigene Sprache und DU bist die Instanz, die alle „Parteien“ an einen Tisch bringen kann, um ein gutes, heilendes Gespräch miteinander zu führen.

Nur WIE? Wie kann es dir gelingen, dass alle Beteiligten gut miteinander kommunizieren? Wie kann es dir gelingen, dich dir selbst zuzuwenden und dir zu erlauben, tief in dich selbst hineinzusehen /hineinzufühlen?

Der Schlüssel heißt „Liebe“. Liebe dich selbst, liebe deinen Körper, liebe deine Seele und liebe deinen Geist. Louise Hay war die erste, die dazu mit einem Spiegel arbeitete. Heute gehört die Spiegelarbeit in fast jeder therapeutische Praxis oder Coachingsitzung dazu. Damals war es revolutionär.
Wie konnte man es wagen, sich vor einen Spiegel zu setzen und sich selbst in die Augen zu schauen und sich laut zu sagen: „Ich liebe mich so wie ich bin.“? Das war doch irre! Auch in meiner Praxis brauchten Klienten Ermunterung und Bestärkung, um dies zu tun. Wir haben erstaunlicher Weise eine große Scheu, uns selbst so nahe zu kommen.

Suche deine eigene Nähe und tue das liebevoll

Wenn der Bann gebrochen ist und du dich wirklich vor den Spiegel setzt und dir selbst in die Augen schaust und das auch einige Zeit in aller Stille aushältst, dann bist du genau an dem runden Tisch gelandet, an dem Gespräche zwischen allen Beteiligten stattfinden können. Es wird IN DIR etwas geschehen.

Am Anfang dieser Übung werden wahrscheinlich erst einmal Tränen fließen. Das ist total in Ordnung. Lass sie fließen. Wasser hat auch immer etwas Reinigendes. Für mich ist Weinen ein Ausdruck der Sehnsucht, welche die Betroffene nach sich selbst hatte und immer noch hat. Was hat er/sie geleistet, gekämpft, gerödelt, um angenommen, anerkannt, geliebt und gesehen zu werden. Und oftmals hat er/sie das, wonach er/sie gesucht hatte, nicht gefunden. Wieviel Kraft ist dafür drauf gegangen! Und welche Entfremdung entstand zum eigenen Körper, zur eigenen Seele, zum eigenen Geist durch dieses ständige Suchen „da draußen“? Wie viele Menschen treten die Deutungshoheit über ihr Leben, über ihren Körper an andere ab – an den Arzt – an die Wissenschaftler – an die Presse – an sonstwen.

Jetzt hast du den Spiegel in der Hand und sitzt gemütlich. Du hast Ruhe. Du bist alleine mit dir, mit deinem Körper, deiner Seele und deinem Geist. Du lächelst dich an. Schau wie schön du bist, wenn du lächelst 😉😊 Nun sage dir laut und schau dabei in den Spiegel: „Ich liebe mich so wie ich bin.“ Oder sage dir: „Emma/Oskar … wie auch immer du heißt … ich liebe dich genauso wie du bist.“

Spüre, ob dein Körper, deine Seele, dein Geist auf die beiden Sätze unterschiedlich reagiert und welcher der beiden Sätze für euch alle (du, dein Körper, deine Seele, dein Geist) liebevoller ist, wertschätzender, wahrhaftiger. Sei so liebevoll mit dir selbst wie es dir möglich ist. Denke vielleicht daran, wie du mit einem kleinen verletzten Tier oder einem kleinen Kind, das getröstet werden möchte, umgehen würdest.

Öffne dein Herz für dich selbst.

Die Botschaft deines Körpers hören, fühlen, sehen

Wenn du mit dem Spiegel vertrauter geworden bist, dann lasse dir Zeit. Schau dir in die Augen. Lächle dich an. Und dann erzähle deinem Körper, dass du verstehst, dass er dir mit der Krankheit eine Botschaft sendet, nur leider kannst du die Botschaft nicht entschlüsseln. Vielleicht stellst du deinem Körper auch Fragen, die spontan in dir entstehen und dann gib Raum und Zeit, um die Antworten zu erspüren. Mache diese Übung immer wieder bis du dir deiner selbst, deines Körper, deiner Seele, deines Geistes immer sicherer geworden bist und den Spiegel als Hilfsmittel nicht mehr brauchst.

Antworten von Körper, Seele und Geist können in inneren Bildern erscheinen, sie können auch als klare knappe Aussagen kommen oder als einzelne Worte. (Lange Erklärungs- oder Rechtfertigungsreden kommen vom Denken! Sei achtsam! Das Denken bringt dich wieder weg von dir selbst. Erlaube deinem Kopf/deinem Denken nicht gegen deinen Körper zu kämpfen. Erlaube deinem Ego nicht, deine Seele mundtot zu machen – FÜHLE – nimm wahr, was deine Wahrheit ist.)

Manche Menschen fühlen die Antworten eher und es ist sehr schwer sie in Worte zu fassen, aber das ist auch nicht nötig. Wenn dein Körper mit dir über das Gefühl kommuniziert, dann folge einfach deinem Gefühl. Ich selbst bin über mein Gefühl mit meinem Körper, meiner Seele und meinem Geist in Kontakt. Ich kann genau fühlen, dass ich z.B. Mariendistel – ein großes Leberheilmittel – nicht vertrage und wenn mir dann meine Heilpraktikerin nicht glaubt und es doch nochmal kinesiologisch testet, weil es so gut für mich wäre, Mariendistel zu nehmen, dann stellt sie eben fest, dass ich Mariendistel nicht vertrage. War ja klar 😊 Ich muss das nicht erst ausprobieren. Ich weiß es tief in mir. Ich kann sehr genau fühlen, was ich im jeweiligen Moment auf der jeweiligen Ebene brauche, womit ich umgehen kann und womit nicht und ich habe über viele Jahrzehnte nun auch endlich gelernt, IMMER auf mich selbst zu hören und nicht nur „manchmal“. 😉

Die Frage, die ich mir, meinen Körper, meiner Seele, meinem Geist seit vielen Jahren eigentlich Tag für Tag stelle, wenn ich mir unklar bin, ist mittlerweile immer dieselbe: „Worum geht es jetzt gerade?“

Du wirst in dieser Übung zu deinen eigenen Fragen finden und du wirst mit Zeit und Übung immer sicherer werden in Bezug auf die Antworten. Ich hatte viele, viele Klienten in meiner Praxis, die in diesen Übungen mitunter vom Sessel aufsprangen, wenn sie eine Antwort klar erhalten hatten, und sagten: „Das wusste ich immer schon!“ – oder – „Ich habe das immer gewusst. Ich wusste das eigentlich mein ganzes Leben lang.“

Wir wissen alles über uns selbst.

Wir dürfen täglich neu lernen, uns uns selbst liebevoll zuzuwenden und aus dem tiefen inneren Wissen zu schöpfen, das jeder und jede von uns in sich trägt.

Vielleicht magst du hier ein wenig Zeit mit dir selbst verbringen und meine Worte auf den Prüfstand stellen. Ich freue mich, wenn du mir per email über deine Erfahrungen berichten magst: susann@bauchfreiraum.de.

 

Sorge gut für dich.

Du bist die Expertin, der Experte für dich,
für deinen Bauch,
für dein Leben.

Susann

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Über mich

Hallo, mein Name ist Susann Sontag! Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie und Diplom Ernährungsberaterin.
Ich habe viele Jahre eine eigene therapeutische Praxis für Psychotherapie und Ernährungstherapie geführt und viele Klienten begleitet. Auf meinem eigenen Weg und in der Begleitung meiner vielen Klienten erlebte ich, was heute auf dem soliden Fundament einer breiten Forschung steht: Heilung ist immer Selbstheilung. Ich biete dir auf meiner Webpage eine große Bandbreite an kostenlosen Informationen, Entspannungsübungen und Videos als Hilfe auf deinem Weg zur Selbstheilung an. Das Nachspüren, Nachdenken und das letztendliche TUN liegt in deiner Hand.

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