Satt

“Satt” – mich erreichte das Wort morgens unter der Dusche. Was für ein vielschichtiger Begriff.

  • Ich bin satt.
  • Ich habe es satt.
  • Das ist satt (im Sinne von “deftig”, “reichlich” … das ist eine satte Ladung – eine satte Portion).
  • Das ist eine satte Farbe (kräftig, leuchtend, strahlend).

… und hat der Begriff etwas mit dem Englischen “sad” (traurig) zu tun?

… und was ist mit dem Deutschen “saturiert” (das sowohl “zufrieden” als auch “selbstzufrieden /übersättigt” bedeuten kann)?

… und wie ist es mit “übersättigt”? 

Tja, ihr seht, was mich so unter der Dusche alles beschäftigt 😉

“Satt” im Sinne von leuchtend, strahlend, gut genährt

Vielleicht beginnen wir mit der Betrachtung von “satt” im Sinne von leuchtend, strahlend, gut genährt. Diese üppige Sonnenblume (die ich in meinen Blogs etwas überstrapaziere, weil sie mich so begeistert), die hier im letzten Jahr am Feldrand stand, erscheint mir ein gutes Symbol für diese Form der Sattheit. 

Welche Fülle. Welche Farben. Ich kann das nur staunend betrachten und spüre auch eine Dankbarkeit in mir über dieses Wunder der Natur, das sich auch an den Feldern, den Kornblumen, den Kirschbäumen, dem üppigen Grün der Bäume und vielem mehr gerade im Sommer ablesen lässt.

Auch uns selbst kann man diese gute lebendige “Fülle”, dieses gute “Satt-Sein” ansehen. Es gibt so natürlich schöne, strahlende Menschen. Menschen, die Gesundheit, Schönheit, Lebensfreude, Lebenskraft ausstrahlen.

Die Schleier und Vorhänge des “Wissens”

Aber was bedeutet eigentlich dieses “gut genährt” sein?

  • Können wir das bewusst “herstellen”, in dem wir nur noch bestimmte Nahrungsmittel essen und andere weglassen?
  • Können wir wahrnehmen und dementsprechend auch handeln, was uns ganzheitlich gut tut, uns ganzheitlich nährt und was nicht?
  • Können wir für uns selbst wahrnehmen, wann wir “gut genährt” sind und wann wir “überfressen” sind oder in all der “Tortenfülle” vielleicht gar Mangel ernährt sind?

Sind wir nicht überfrachtet (übersättigt!) mit “Ernährungswissen” auf allen Kanälen und jeder propagiert, dass er nun wirklich den “Stein der Weisen” in punkto Ernährung gefunden hat:
=> 7 Dinge, die du auf keinen Fall essen sollst
=> 7 Dinge, die du in jedem Fall essen sollst
… jeder “Ratschlag” widerspricht allen anderen “Ratschlägen”.

Sind wir nicht auch psychisch völlig überfrachtet mit Wissen:
=> dies sollten wir tun 
=> jenes sollten wir lassen
=> wir sollten uns selbst optimieren
=> nein, doch lieber Ruhe die Kraft und unser Zentrum suchen
was denn nun???

Bei sehr vielen Themen herrscht größte Verwirrung – nicht nur beim Thema Ernährung.

Nun ja … die Sonnenblume schert das nicht, die tut einfach, was Sonnenblumen tun und entfaltet ganz schlicht und einfach ohne YouTube, ohne 100 Ratgeber ihre ganze strahlende, gut genährte Schönheit in der Zeit, in der das dran ist … und dann ist eine andere Zeit dran und sie schenkt ihre Sonnenblumenkerne den Menschen oder den Vögeln und dann ist wieder eine andere Zeit dran und sie verblüht. Wandel.

Beständiger Wandel. Werden und Vergehen sind überall sichtbar.

“Gut genährt” bedeutet aus meiner Erfahrung mit mir selbst und mit meinen Klienten vor allem und zuerst einmal:

  • Akzeptanz, dass alles immer nur Momentaufnahmen sind. Wir leben in einem beständigen Wandel. Wir können nichts “absichern”, “genau richtig machen”, “ganz sicher vermeiden” usw. 
  • Veränderung ist die Wahrheit jeder unserer Zellen. Unsere gesamte Darmflora verändert sich beständig, unsere Haut, unsere Haar, wir sind heute nicht mehr dieselben, die wir gestern waren.
  • Gleichzeitig wissen wir schon als Babys und Kleinkinder, was wir mögen und was wir nicht mögen. Wir wissen auch wie viel wir mögen und wann es zu viel wird oder wann es zu wenig ist. Wir bringen das alles mit in diese Welt.

Und dann geraten wir unter die Räder von Traditionen, Erziehung,  von dem, was “man tut”, Werbung, Ratgebern, usw usw usw. Über viele Jahre hinweg werden wir alle mehr oder weniger subtil beeinflusst und irgendwann glauben wir, dass die Tiefkühlpizza oder eine rein vegane Ernährung, nur Proteine oder exotische “Superfoods” uns zu einem guten Genährtsein verhelfen können. 

Wir haben unser Gefühl für uns selbst verloren (hier sind zwei kostenlose Selbsttests für dich verlinkt). Wir “denken”, welche Ernährung für uns gut wäre, welche Gefühle für uns richtig wären.
Viele Schleier und Vorhänge haben sich über uns gutes Gefühl für uns selbst gelegt.

Der Weg – zurück – zu dir

Schau dir diese Fragen an. Und wenn du dich inspiriert fühlst zu eigenen, ganz anderen Fragen von dir an dich, dann schreibe sie auf.

Es ist nicht nötig, sofort Antworten zu finden. Der wichtigste Schritt ist erst einmal der, dir diese Fragen (und deine ganz eigenen Fragen) überhaupt zu stellen.

  • Erlaubst du dir Zeiten, in denen du mit dir ganz alleine bist – Stille – kein Fernseher, kein Handy, kein Radio, kein Buch … nur du mit dir?
  • Bist du dankbar für die kleinen Dinge in deinem Leben – oder muss es immer das ganz große Rad sein, das du drehen willst?
  • Was wolltest du eigentlich immer schon tun? Und irgendwie war es zu “banal” und rutschte dann auf deiner to-do-Liste ganz nach hinten. Beginne JETZT!
  • Welche Nahrungsmittel machen dich richtig glücklich? (Wenn du das gegessen hast fühlst du dich auch von einer kleinen Mengen gut genährt, zufrieden, satt?)
  • Und von welchen Nahrungsmitteln DENKST du, dass sie dich glücklich machen, aber eigentlich machen sie dich nur pappsatt und irgendwie überfrisst du dich an ihnen immer wieder oder hast hinterher einen Kater?
  • Weißt du, ob du lieber alleine und in Ruhe isst oder lieber mit guten Freunden zusammen? Hast du ein Gefühl dafür welche Umgebung und Situation dir gut tun, wenn du deine Mahlzeiten einnimmst?
  • Hast du ein Gefühl dafür, welches Klima dir gut tut? Sowohl vom äußeren Klima her als auch von deinem ganz persönlichen Lebensklima her? 
  • Hast du mal über einen längeren Zeitraum probiert, dich von dem zu ernähren, was in deiner Umgebung wächst und in den jeweiligen Jahreszeiten reif ist?
  • Weißt du, ob dir frisches Obst und Gemüse besser bekommt, als tiefgekühlte, konservierte, vorgekochte, vorgebackene Nahrung?
  • Ist dir bewusst, dass auch die Menschen, mit denen du zu tun hast, die Arbeitsatmosphäre, in der du arbeitest, die Wohnung oder das Haus, in dem du lebst, “Nahrung” sind?
  • Ist dir bewusst, dass auch körperliche Bewegung, in der Natur zu sein oder in den Straßen einer Großstadt zu sein, “Nahrung” ist?
  • Und wie steht es mit Emotionen wie Wut, Ärger, Frustration, Stress – Freude, Lachen, Geborgenheit, Liebe, Frieden? Ist dir bewusst, dass alles das auch “Nahrung” ist und darüber mitentscheidet, ob du gut genährt bist, überfressen oder hungrig?

Einen Schritt nach dem anderen

Egal, ob du eine Kehrtwendung vollbringen möchtest oder deinen Ernährungsweg einfach nur langsam anpassen möchtest, gerade bei der Ernährung ist es wichtig, dass du achtsam wahrnehmend unterwegs bist.

Dein Körper und auch deine Psyche haben sich an eine bestimmte Art und Weise gewöhnt, wie und mit was du dich ernährst. Verändere das langsam, wenn du etwas verändern willst. Ein guter Weg ist der, den du auf Dauer durchhalten kannst (das funktioniert mit Diäten nicht!) und der dich vom ersten Schritt an zufriedener, glücklicher macht.

Wenn du bereits mit der ersten kleinen Veränderung spüren kannst, dass es dir in irgendeiner Weise besser geht, dann fällt es dir leicht auf diesem Weg zu bleiben und ihn weiter auszubauen. 

Du bist auf einem guten Weg, wenn du zum Beispiel spürst:

  • du hast dir beim Essen mehr Zeit gelassen und hinterher keine Magenschmerzen gehabt
  • du hast den Alkohol mal weggelassen und viel besser geschlafen
  • du hast so langsam gegessen, dass du spüren konntest wann du satt bist und dann gemerkt, dass du die ganze Pizza einfach nicht schaffen kannst, ohne dein Wohlfühlen zu verlassen. … 

Es gibt immer nur DEINEN eigenen (Erfolgs-) Weg zu einem guten Sattsein und damit auch zu einem guten Genährtsein.

Sorge gut für dich.

Du bist die Expertin, der Experte für dich,
für deinen Bauch,
für dein Leben.

Susann

Weitere Beiträge

Selbstfürsorge – der Test

Selbstfürsorge braucht Achtsamkeit und Übung. Viele Menschen leben in dem anstrengenden Selbstverständnis, von anderen gebraucht zu werden. Wenn der Bauch Probleme macht, stellt sich die Frage: Wie steht es um deine Selbstfürsorge?

Jetzt lesen »

Satt

Was bedeutet “satt” und “gut genährt” sein? Können wir das bewusst “herstellen”, in dem wir nur noch bestimmte Nahrungsmittel essen und andere weglassen?
Können wir wahrnehmen und dementsprechend auch handeln, was uns ganzheitlich gut tut, uns ganzheitlich nährt und was nicht?
Hier findest du Gedanken und Fragen für dich zum Thema “satt” und “gut genährt” sein.

Jetzt lesen »

Ein Brief an dich und deinen Bauch

Ich freue mich, wenn du meine kostenlosen “Briefe an meine Bauchfreunde und Bauchfreundinnen” abonnierst. Diese Briefe sind sehr persönlich gehalten. Ich lade dich regelmäßig ein, mit mir gemeinsam Themen der Zeit zu betrachten. Ich möchte dich animieren, neu hinzuschauen und dich auf kleine Alltagsabenteuer einzulassen. Gerne kannst du mir auch deine Gedanken und Fragen zu den Themen per E-Mail schicken. Hier kannst du dir ein Beispiel anschauen.

Über mich

Hallo, mein Name ist Susann Sontag! Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie und Diplom Ernährungsberaterin.
Ich habe viele Jahre eine eigene therapeutische Praxis für Psychotherapie und Ernährungstherapie geführt und viele Klienten begleitet. Auf meinem eigenen Weg und in der Begleitung meiner vielen Klienten erlebte ich, was heute auf dem soliden Fundament einer breiten Forschung steht: Heilung ist immer Selbstheilung. Ich biete dir auf meiner Webpage eine große Bandbreite an kostenlosen Informationen, Entspannungsübungen und Videos als Hilfe auf deinem Weg zur Selbstheilung an. Das Nachspüren, Nachdenken und das letztendliche TUN liegt in deiner Hand.

Meine Bücher

Schön, dass du dich für meinen Bauchfreunde-Brief entschieden hast!

Bitte schau in dein E-Mail-Postfach
und bestätige deine Anmeldung.

Diese Website verwendet Cookies, um dein Nutzungserlebnis zu verbessern. Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklärst du dich damit einverstanden. Wenn du mehr erfahren möchtest, schaue in meine Datenschutzbestimmungen.